7. April 2022

Quartierstudie: So wollen die Münchner wohnen

Wie möchten die Menschen in Deutschland leben? Unter diesem Motto befragte das Meinungsforschungsinstitut Civey 10.000 Teilnehmer aus allen Bundesländern, um herauszufinden, was für die Deutschen schönes Wohnen bedeutet. Die Umfrage wird jährlich durchgeführt und liefert wertvolle Daten für die Quartierstudie von DC Development. neubau kompass Redakteurin Kerstin Funke hat sich einmal die Ergebnisse für München angesehen.

Die Stadt – ein Dorf

Die Heilig-Kreuz-Kirche am Fröttmaninger Berg. „Dorfkirche“ trifft modernen Sporttempel. Bild von Franz Dürschmied, Pixabay

Die Münchner zeigten sich bei der Befragung emotional besonders eng mit ihrem Zuhause verbunden. Knapp 75 % ist die Identifikation mit ihrem Wohnviertel wichtig, 34,4 % sogar sehr wichtig.

Am liebsten hätten viele einen Mix aus verschiedenen Altersgruppen als Nachbarn (46,6 %) und 21 % legen auch Wert auf unterschiedliche Nationalitäten. Dafür hat das Flair der Internationalität mit knapp 16 % für die Münchner nicht so hohe Relevanz wie für die Hamburger (21 %).

Die Münchner (50,9 %) sind laut Umfrage auch mehr an einem Gemeinschaftsgefühl interessiert als die Hamburger (41,7 %). Man schaut in der bayerischen Metropole aufeinander, möchte die Nachbarn kennen und sich mit seinem Viertel und den Menschen dort auch verbunden fühlen. München ist eben doch ein liebenswertes Dorf!

Kulinarik – ein Muss

Gehobene Kulinarik ist für die Münchner nicht nur Luxus-Gastronomie. Am Viktualienmarkt verbinden sie Einkaufen mit einer Brotzeit. Bild von RitaE, Pixabay

Angesichts der vielen Restaurants und Feinkostläden sowie unzähligen Kultur- und Freizeitangebote ist es auch keine Überraschung, dass die Münchner ihrer ausgezeichneten Lebensqualität einen hohen Wert einräumen. 39,7 % der Befragten erklärten sogar, dass dabei die Gastronomie und Kulinarik vor Ort eine große Rolle spielen. Deutschlandweit gehört dieser Punkt nur für 22,3 % der Umfrage-Teilnehmer zu den wirklich bedeutsamen Faktoren.

Kurze Wege

Kurze Wege kommen Alt und Jung zu Gute. Gleich geht es mit Balu in den Englischen Garten. Bild von pasja1000, Pixabay

Zudem wünschen sich die Menschen in München kurze Wege zu den Anlaufstellen für tägliche Erledigungen. Für 71,5 % gehört zu einem guten Leben, dass sie mindestens Supermärkte und Drogerien fußläufig erreichen. Bei Restaurants, Cafés und anderer Gastro sowie dem lokalen Einzelhandel waren viele schon großzügiger bei der Distanz. Doch immer noch 42,5 % der Interviewpartner antworteten, dass sie dorthin ebenfalls zu Fuß gehen können möchten.

Wellenreiten am Eisbach mag nur ein kleiner Kreis betreiben. Das Publikum kommt in Scharen – oft mit Eis in der Hand. Bild von Erwin Gabler, gesehen auf Pixabay

Ein echter Standortvorteil ist für die Münchner das kulturelle Angebot. 35,6 % nannten das als Faktor mit hoher Priorität – national liegt der Wunsch nach viel Kultur nur bei 23 %. Auch die Naherholung in Parks ist für 64,9 % der Befragten eine Herzensangelegenheit – nicht umsonst sind der Englische Garten und der Westpark, aber auch Isar und Flaucher für viele im Sommer wie ein zweites Zuhause. Deutschlandweit äußerten immerhin 51 % den Wunsch, in ihrem Umfeld einen Park zu haben.

Nachhaltig leben

Die Hacker-Brücke gehört zu den zentralen S-Bahnhöfen – ein spektakulärer Sonnenuntergang wird hier auch mal gefeiert. Bild von Michael Siebert, Pixabay

Damit sie auch gut vom Fleck kommen, ist für 58 % der Münchner Studienteilnehmer eine gute Anbindung per ÖPNV wichtig. Ein Signal an die Stadtväter, die MVV und die Bahn. Hier ist noch viel Luft nach oben.

Ob Theater, Museum oder Arbeitsstätte: 48,1 % der Befragten gehen nach eigenen Angaben in erster Linie zu Fuß von A nach B. Immerhin 34,6 % erklärten, am häufigsten öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, um ihre Wege zu bewältigen. Der nationale Schnitt beträgt bei diesem Punkt nur 11,5 %.

Joggen in der Natur ist für viele Münchner Pflicht. Nachhaltige Konzepte müssen her, um der Natur in der Stadt Raum zu geben. Bild von Melk Hagelslag, Pixabay

Auch der Wunsch der Münchner nach Nachhaltigkeit fällt recht hoch aus: Für 29,1, % – das ist ein Spitzenwert in Deutschland – ist dieser Punkt beim Wohnen und Leben von großer Bedeutung.

Ein Blick auf ganz Deutschland zeigt, dass die bei den Münchnern erwünschten dörflichen Strukturen flächendeckend attraktiv sind. Fußläufig erreichen wollen die Deutschen vor allem Supermarkt und Drogerie (54,8 %), Bäckerei (45,1 %) sowie den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie (35,3 %). Die Projektentwickler von DC Development ziehen das Fazit, dass der Wunsch nach einem modernen Dorf in der Stadt ein großer Erfolgsfaktor für eine gelungene, zukunftsweisende Urbanisierung ist.

Was ein wenig verwundert: Carsharing-Angebote, die Mobilität und Nachhaltigkeit verzahnen sollen, spielen in München (4,2 %) und Hamburg (5,8%) noch eine sehr untergeordnete Rolle.

Willkommen Zukunft!

Der Schutz der Skyline Münchens ist für viele eine Herzensangelegenheit. Werden bald Hochhäuser die Optik prägen? Bild von Alexas_Fotos, Pixabay

Eine Herausforderung der Quartierentwicklung besteht nun darin, den Wunsch der Menschen nach einer tiefen Verbundenheit mit dem eigenen Wohnviertel zu fördern. Urban, aber gemeinschaftsfördernd, nachhaltig und gut angebunden soll das neue Zuhause sein.

Die klassischen Einfamilien- und Doppelhäuser mit eigenem Garten wird es auch in Zukunft geben, aber wohl eher als Teil eines großen Quartiers. Den Hauptteil der Wohnimmobilien werden Mehrparteienhäuser stellen.

Die Bebauung eines parkähnlichen Grundstücks mit viel Grün macht ein Projekt streng genommen nicht zum Wohnquartier. Der Gedanken hinter „echten Quartieren“ ist, Wohnen, Freizeit, Alltag und oft auch Arbeiten an einem Ort miteinander zu verbinden. Wichtig ist somit die Infrastruktur, die es möglich macht, im eigenen Umfeld mindestens die grundlegenden Dinge für den Alltag zu finden. Die Projektentwickler setzen schon seit vielen Jahren nicht mehr einfach ein großes Wohnprojekt auf die Wiese – mit U-Bahn- oder Bus-Anschluss in Gehweite. Sie integrieren auch Bäcker, Cafés, Kindergarten, vielleicht sogar eine medizinische Versorgung und vor allem auch Einkaufsmöglichkeiten. Dazu kommen Fitness- und Communitybereiche, Car Sharing- und Work Space-Angebote und eine schön begrünte Anlage, die möglichst autofrei ist.

Hoch der Isar: Jedes der 13 Häuser erhält eine eigenständige Architektur und exklusive Stylewelten. Bild von Becken Development bei neubau kompass

Ein Münchner Neubauprojekt auf neubau kompass zeigt, wie in der Isarmetropole Wohnen im Quartier aktuell aussehen kann. Hoch der Isar verbindet gehobenen Wohnkomfort mit Nachhaltigkeit und wird in eine gewachsene innerstädtische Infrastruktur gebettet. Ein Spaziergang durch den Park zum berühmten Biergarten, eine kurzer Radfahrt zur Isar, zum Deutschen Museum – alles, was zu einem gut versorgten Münchner Leben gehört, ist bequem erreichbar. Der hauseigene Concierge-Service unterstützt die Bewohner bei der Organisation ihres Alltags. Zwei Community-Rooftop-Dachterrassen schenken einen herrlichen Blick über die Isar und die Skyline Münchens – ein idealer Ort, um zu Relaxen oder sich mit anderen Bewohnern auszutauschen.

In unserem Blog für Stuttgart stellen wir das Tobias Mayer Quartier“ in Esslingen vor. Es soll ein modernes Modell der Gartenstadt definieren, in der Miet- und Eigentumswohnungen ein neues Zuhause schaffen – mit sozialer Solidarität und der Möglichkeit für die Bürger, bei der Planung und Gestaltung des Quartiers Wünsche einzubringen und später auch zu leben. Lesen Sie doch gleich hier weiter!

Das Titelbild stammt von User Michael Siebert, gefunden auf Pixabay.