3. September 2019

Neues Stadtquartier Paketpostareal – Fakten und Möglichkeiten

Auf einer Gesamtfläche von 87.000 Quadratmetern entsteht in den kommenden Jahren auf dem Paketpostareal nahe der Friedenheimer Brücke ein neues Stadtquartier. Nach der Fertigstellung könnten hier mehrere Tausend Menschen wohnen und arbeiten. Damit wird das ohnehin bereits dicht besiedelte Neuhausen um eine erhebliche Dimension erweitert. Nachfolgend finden Sie den aktuellen Stand zur Entwicklung des Geländes und einen Ausblick auf das weitere Vorgehen.

Im Jahr 2018 veräußerte die Post das Gelände unweit vom Hirschgarten an die Büschl Unternehmensgruppe. Diese ist im Großraum München aktuell mit einer Anzahl von Projekten präsent. Dazu gehört das ebenfalls heiß diskutierte Neubau-Quartier in der Eggarten-Siedlung, das stark nachgefragte Projekt „Holzkontor“ in Haidhausen und der Bau von 400 Wohnungen und Stadthäusern in Lochhausen.

Umstrittene Hochhäuser

Nun strebt man auf dem Paketpostareal mit hervorragenden Anbindungen in die City ebenfalls Großes an. Vor knapp vier Wochen stellte das mit der Konzeption des Projektes beauftragte Schweizer Architekturbüro Herzog und de Meuron den Masterplan für das Gelände vor. Dabei spaltet insbesondere der Plan, zwei jeweils 155 Meter hohe Hochhäuser zu bauen, die Gemüter. Im Jahr 2004 beschlossen die Münchnerinnen und Münchner, dass innerhalb des Stadtgebietes kein Gebäude höher sein darf als die Frauenkirche, also liegt das Limit bei einer Höhe von 100 Meter. Jetzt geht es darum, diesen Beschluss möglicherweise zu kippen – zugunsten von mehr Wohnraum. Der Planungsausschuss der Stadt München will aus diesem Anlass eine weitere Hochhausstudie in Auftrag geben – die mittlerweile dritte.

Visualisierung des Paketpostareals nach Plänen von Herzog und Meuron. Bild: Herzog & de Meuron Architekten

Der Entwurf für die Hochhäuser sieht zwei schlanke Silhouetten vor, mit viel Glas, in eleganter Formensprache. In den unteren Etagen ist Raum für Gewerbe und Büros, darüber könnte ein Hotel entstehen und on Top wären Wohnungen denkbar.

Einzigartige Kultur- und Veranstaltungsfläche

Herzog und de Meuron, gegründet 1978 mit Hauptsitz in Basel, zählt zu den weltweit renommierten Architekturbüros. In München entwickelten die Schweizer zum Beispiel das Einkaufszentrum „Fünf Höfe“ und die „Allianz Arena“. Kernstück ihres Schaffens in Hamburg ist die bereits wenige Jahre nach der Fertigstellung Kultstatus genießende „Elbphilharmonie“. Nun steht also das Postareal in München an und das hat bei Weitem mehr zu bieten als die zwei Hochhäuser.

Bislang einzigartig in der aktuellen Architekturszene ist die Idee zur Entwicklung der denkmalgeschützten Paketposthalle. Die 19.000 Quadratmeter umfassende Paketposthalle wird das Zentrum des neuen Quartiers. Geplant sind wechselnde kulturelle Veranstaltungen sowie Räume zur Begegnung und für soziale Veranstaltungen. In den 60er Jahren galt das Bauwerk als die größte freitragende Halle aus Betonfertigteilen weltweit. Das Konzept von Herzog und de Meuron sieht nun einen riesigen, überdachten Platz anstelle der leergeräumten Paketposthalle vor. Die Dimensionen wären einzigartig: über 120 Meter lang würde die Überdachung sein. Ihre geometrische Form soll sich in der Architektur der Hochhäuser widerspiegeln, so der Gedanke der Architekten.

Visualisierung überdachte Paketposthalle nach Plänen von Herzog und Meuron. Bild: Herzog & de Meuron Architekten

Um die Paketposthalle herum entstehen laut Masterplan Wohn- und Geschäftsgebäude mit jeweils sechs Stockwerken. Außerdem sind gastronomische Einrichtungen auf dem Gelände angedacht. Im Fokus des gesamten urbanen Quartiers steht eine Verschränkung der unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten. Bei der Entwicklung spielt die Bevölkerung eine wichtige Rolle. Ihre Ideen sollen in die Weiterführung des Konzepts einfließen. Sehr gut besucht war die Informationsveranstaltung zum Quartier, die im Juli dieses Jahres im Kulturzentrum „Backstage“ abgehalten wurde. Einem Wunsch zahlreicher Bürger nach einem autofreien Quartier können die Verantwortlichen aller Wahrscheinlichkeit nachkommen.

Baustart voraussichtlich 2024

Mit dem Planungsentwurf für das neue Quartier auf dem Paketpostareal will sich die Stadt im Herbst befassen. Bis zum Jahr 2023 wird die Paketposthalle ihre bisherige Funktion beibehalten. Sobald ein neuer Standort gefunden ist, können 2024 die Bauarbeiten beginnen.

Wir informieren Sie regelmäßig, wie es mit den Planungen zum Paketpostareal weitergeht.

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Titelbild: Herzog & de Meuron