Glockenbachviertel ist Deutschlands teuerstes Trendviertel

Wer in München lebt, kennt das Glockenbachviertel rund um den Gärtnerplatz bis zu den Straßen um den Alten Südfriedhof bestens. Einer exklusiven Studie von Spiegel online und dem Immobilienforschungsinstitut F+B ist zu verdanken, dass man nun bundesweit auf das Quartier aufmerksam wurde. Denn das Glockenbachviertel ist nicht nur das teuerste „In-Viertel“ der Isarmetropole, es ist das teuerste Trendviertel in Deutschland.

 

Damit hängt das zum Stadtbezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt gehörende Quartier locker bundesweit bekannte Trend-Spots wie das Schanzenviertel in Hamburg und Kreuzberg in Berlin ab. Was das Glockenbachviertel in München so beliebt macht, ist die Dichte an gastronomischen Angeboten und die Vielfalt an Möglichkeiten, die das „Weggehviertel“ bietet. Hinzukommen trendige Boutiquen mit Independence-Labels für Münchner, die das Besondere lieben. Maßgefertigte Schuhe, Taschen und extravagante Trachten sind hier zu finden – alles außer Mainstream halt. Was außer Frage auch für die Immobilienpreise gilt. Wer Glück hat, erhält sein Domizil zu einem Preis um die 7.000 EUR pro Quadratmeter. Im Neubau-Segment oder in der edlen Kernsanierung sind Preise zwischen 8.000 EUR und weit über 12.000 EUR pro Quadratmeter eher die Regel. Dafür gibt es im Viertel Lebensqualität pur und die Wege sind kurz zu allem, was das Herz des Großstädters begehrt.

Ab wann ist ein Viertel „Trend“?

Bei der Suche nach Trendvierteln orientierte sich das Immobilienforschungsinstitut F+B an den Faktoren „kreative und lebendige Atmosphäre“, „Attraktivität für junge Menschen“ und „Durchmischung“. Meistens ist die Bauweise von Gründerzeitgebäuden geprägt, heute sind die Häuser mit viel Liebe zum Detail saniert. Die Szeneviertel sind von der Innenstadt aus gut zu erreichen, oft befinden sie sich in fußläufiger Nähe zum Stadtkern. Die Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel sind hervorragend.

Auffällig ist, dass nahezu überall im Lande die heutigen Trendviertel traditionelle Viertel für Arbeiter und Zugereiste waren. Früher waren es die niedrigen Mietpreise, die Menschen in diese Stadtviertel zogen und es ihnen ermöglichten, eine bunte und vielfältige „Szene“ zu etablieren. Die „Szene“ ist geblieben, die (Lebens) künstler selten geworden in den Trendvierteln der Metropolen.

Schillernde Geschichte und lukrative Zukunft

Auch das Glockenbachviertel kann alle der genannten „Trendfaktoren“ aufweisen und hat eine schillernde Geschichte hinter sich. Der Name „Glockenbach“ geht vermutlich auf die Zeit um ca. 1500 bis ca. 1700 zurück, als beim Sendlinger Tor Glocken produziert wurden. Die Gießerei befand sich neben einem gemächlich dahinplätschernden Bach, der fortan „Glockenbach“ hieß und heute unterirdisch fließt. Die Gießerei war nicht der einzige Gewerbebetrieb auf dem Areal. Im 19. Jahrhundert lebten vorwiegend ärmliche Müller, Bleicher, Zimmerleute im heutigen Trendviertel. Im Zuge der Industrialisierung ging es mit dem Errichten von Arbeiterquartieren weiter. Hinzu kamen Bordelle und zahlreiche Gastwirtschaften. Zudem fand die Schwulenszene in München ein Quartier. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben zentrale Häuser im Gärtnerplatzviertel, das Wiederaufbauen war auch hier mühsam. Das Gesicht des Viertels wandelte sich mit der Zeit vom Wohn- und Gewerbe-Quartier zu einem Wohnviertel mit kleineren Dienstleistungsbetrieben. In den 60er Jahren zog es Rock`n`Roller ins Glockenbachviertel. Die Parties waren wild und es wurde getanzt bis weit in den nächsten Tag hinein. Seitdem ist das Quartier aufgrund des „Nachtlebens“ extrem beliebt. Noch waren die Wohnungen nicht teuer und vor rund 30 Jahren konnten sich freischaffende Künstler und Kreative hier Ateliers und Wohnraum leisten.

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In der Au – unweit vom Glockenbachviertel vermarktet LEGAT LIVING exklusive Wohnungen im „Haus Mühlbach“. Foto: Legag Living

In den vergangenen 15 Jahren nahm die Begeisterung für Wohnen im Glockenbachviertel immer weiter zu. Immer mehr Familien mit höheren Einkommen zogen ins Viertel, gefolgt von gutverdienenden Singles und jungen Paaren. Nach wie vor zieht der Name „Glockenbachviertel“ auch in Exposés das Interesse der Käufer an. Befindet sich ein Neubauprojekt oder eine schöne Kernsanierung in der Nähe des „In-Viertels“, so ist das ein nicht zu unterschätzender Werbefaktor.

Wobei Projekte in dieser Lage nicht allzu häufig zum Verkauf stehen. Eins ist zum Beispiel „Haus Mühlbach“, das Kernsanierungs- und Neubauprojekt in der Au – unweit vom Glockenbachviertel.

Finden Sie weitere Neubauprojekte in München und im Großraum auf dem neubaukompass.

Titelbild der Stadtansicht Münchens: pixabay