Marktbericht München: Preise in mittleren Wohnlagen steigen am schnellsten

Der vor Kurzem veröffentlichte Immobilienmarktbericht der Hypovereinsbank zeigt: in München steigen die Preise für Eigentumswohnungen in mittleren Wohnlagen am stärksten. Es ist nicht Bogenhausen und auch nicht das Lehel, wo der Preis rasant in die Höhe schießt. Wohngebiete in mittelguten Lagen wie zum Beispiel Hadern, Untergiesing oder Berg am Laim – Orte, die noch vor wenigen Jahren als weniger prickelnd für Wohnungskäufer eingestuft wurden, weisen mittlerweile Preissteigerungen bis zu 14 Prozent auf (im Vergleich zum Vorjahr).


Als „gut“ eingestufte Wohngebiete wie Schwabing, Trudering oder Pasing verzeichneten Preissteigerungen von rund 8,8 Prozent. Während die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Neubauwohnungen in mittleren Lagen rund 6.900 Euro betragen, sind es in guten Lagen bereits 7.400 Euro.

Nach wie vor explodiert der Markt für Neubau-Immobilien in München, auch das zeigt der Wohnungsmarktreport der Hypobank – nachzulesen auf der Website des Unternehmens. Nachdem der Wohnungsbau im Vorjahr sehr offensiv angegangen wurde, konnten in 2016 rund 15 Prozent mehr neue Wohnungen verkauft werden als in früheren Jahren.

Immobilienkäufer müssen in der Isarmetropole noch mehr auf Zack sein als anderswo. In München wird der Großteil der offerierten Neubauvorhaben während der Bauzeit abverkauft. Davon träumt man im Ruhrgebiet oder anderswo. Einen Einblick zu neuen Bauprojekten, die oft schon lange vor dem Baustart gezeigt werden, bietet neubau kompass.

Mehr Bautätigkeit in mittleren und einfachen Wohnlagen

Ein Grund für den Anstieg der Immobilienpreise in einfachen Lagen: die guten Wohngebiete sind nahezu „dicht“; es gibt kaum noch Bauflächen. Damit steigt auch die Nachfrage nach Wohnraum in durchschnittlichen Münchner Vierteln. Ein weiterer Punkt fiel den Immobilien-Experten der Hypobank auf. Es werden mehr kleine Wohnungen mit 1 bis 2 Zimmern gebaut als noch vor einigen Jahren. Das lässt sich auf die wachsende Zahl der Ein-Personen-Haushalte in München zurückführen. Zudem steigt die Anzahl der kleinen „Serviced Apartments“ für Manager, junge Berufstätige und Projektmitarbeiter an.

Holzkontor

Holzkontor in Haidhausen: eins der größten Neubauprojekte in München. Bild: KW Financial Services Holding

Preise für Häuser steigen um 20 Prozent

Stärker als bei neuen Eigentumswohnungen steigen die Preise für Neubau-Häuser in München und Umgebung. Für eine neue Doppelhaushälfte in mittlerer bis guter Wohnlage zahlt man kaum unter einer Million Euro. Um jährlich bis zu 20 Prozent sind die Preise für Reihenhäuser, Doppelhaushälften und freistehende Einfamilienhäuser gestiegen. Als bevorzugte Wohngebiete für Einfamilienhäuser gelten nach wie vor Harlaching, Solln und Nymphenburg.

Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt in München

Auch in diesem Jahr steht der Münchner Immobilienmarkt vor großen Herausforderungen. Zum einen sind das die wenigen Baugrundstücke, die in der Isarmetropole noch zur Verfügung stehen. Zum anderen muss Wohnraum geschaffen werden, der für unterschiedliche Gehaltsstufen erschwinglich ist. Um diese Ziele zu erreichen, denkt man derzeit verstärkt über mehr Hochhäuser für die Stadt nach. Ebenfalls in der Diskussion sind eine größere Baudichte und das Schaffen neuer Bauflächen durch Nachverdichtung.

Der Wohnimmobilienmarkt der Hypobank zählt folgende Neubauprojekte zu den größten Bauvorhaben in München 2017/2018: Luisen Grün in Mittersendling, Holzkontor in Haidhausen und HARFE mitte in Neuaubing.

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