Hochhäuser: Münchens 100 Meter Ding

Seit rund 13 Jahren gibt es jetzt in München die Vorgabe, dass innerhalb der Stadt kein Hochhaus höher sein sollte als 100 Meter. Als eine Grenze gilt die 99 Meter hohe Frauenkirche. Das hat ein Bürgerentscheid festgelegt, der damals sehr knapp ausfiel. Möglich wäre, dass sich in absehbarer Zeit etwas an der Vorgabe ändert.

Ein Grund für den Entscheid war der Bau des O2-Towers, der in der Stadt für Aufregung sorgte. Ganze 146 Meter ist der Büroturm hoch und nach dem Olympiaturm ist er das höchste Gebäude der Isarmetropole (das Heizkraftwerk Süd nicht mitgerechnet). Hochhäuser in München, wenn sie höher sind als 100 Meter, dürfen nicht unmittelbar im Stadtgebiet errichtet werden.

Auch South one, der mit Spannung erwartete „südlichste Wohnturm Deutschlands“ ist lediglich 76 Meter hoch. Der ehemalige Siemens-Turm wird auf 22 Etagen etwa 270 Neubauwohnungen beherbergen.

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Mini-Wohnturm in München-Pasing: im Neubauprojekt „Belvedere“. Bild: Münchenbau

In Pasing ist ebenfalls ein Wohnturm geplant. Im Neubauprojekt „Belvedere“ (Foto) setzt MünchenBau auf „Wohnen mit Perspektive“. Das Besondere an diesem Turm ist das Gartenplateau im ersten Stock. Wobei es sich bei dem Gebäude mit weniger als 20 Stockwerken um einen „Mini-Wohnturm“ handelt.

Wohnturm in Laim?

Oder das Wohnturm-Konzept in der Zschokke-Straße auf dem Gelände des ehemaligen Bus- und Straßenbahnbetriebshofs in Laim: Auch hier ist unter anderem ein Wohnturm geplant. Geplant sind rund 1000 Neubauwohnungen auf dem gesamten Gelände. Für das Konzept zu diesem Neubau-Quartier (Turm inklusive) sind die Architektenbüros Laux (München) und Teleinternetcafe (Berlin) jeweils mit einem ersten Preis bedacht worden.

Generell gehen Immobilien-Experten davon aus, dass wieder Bewegung in die Hochhaus-Diskussion in München kommt. Ein Grund ist nicht zuletzt der Vorsatz von Oberbürgermeister Dieter Reiter, die Stadt noch dichter zu bebauen. Wobei München bereits heute die am dichtesten bebaute Stadt in Deutschland ist. Jetzt sind neue Wohn-Ideen gefragt.

Kein Wohnturm in Schwabing

Möglichkeiten zur Erweiterung des Wohnraums sieht man zum Beispiel entlang der S-Bahn-Strecke im Osten der Metropole. Vorausgesetzt, die Bahn wird in einem Tunnel verlaufen, der dafür neu gebaut werden muss. Und womöglich ist auch dieser Gedanke ein Tropfen auf dem heißen Stein. Deshalb schlagen regelmäßig neue Forderungen nach Wohntürmen auf.  Zuletzt vor wenigen Tagen in Schwabing: Baupläne, auf dem Gelände des Klinikums einen 50 Meter hohen Wohnturm, flankiert von zwei Neubau-Riegeln, zu errichten, werden gerade gnadenlos abgeschmettert. Ein Grund: die Gebäude passen nicht ins Umfeld, so der Bezirksausschuss. Nach wie vor tut sich die Stadt schwer mit den Hochhäusern. Es bleibt allerdings spannend, wie es mittelfristig mit den Hochhaus-Konzepten weitergeht und ob sich die Vorgabe aus dem Jahr 2004 dauerhaft wird halten können.

Verschaffen Sie sich einen Überblick zu aktuellen Neubauprojekten in München und im Großraum auf dem neubau kompass.

Titelbild: Pixabay