Nachverdichtung in Fürstenried: Anzahl neuer Wohnungen ungewiss

Wie zahlreiche A-Städte (sehr beliebte Metropolen) in Deutschland, wird auch München aufgrund der Wohnungsknappheit nicht ohne weitere Nachverdichtung auskommen. Dabei geht es nicht zuletzt darum, zu berücksichtigen, wie sich der neue Wohnraum in bestehende Quartiere einfügt und wie die Bevölkerung mit den künftigen Wohn-Quartieren in der Nachbarschaft zurechtkommt. Ein Beispiel dafür ist aktuell Fürstenried.

Hier sollen im Gebiet um die Appenzeller Straße und Bellinzonastraße einige Hundert neuer Wohneinheiten entstehen. Das hat die Vollversammlung des Stadtrates vor wenigen Tagen definitiv auf den Weg gebracht. Allerdings muss noch ein Bebauungsplanverfahren zur Änderung bestehender Bebauungspläne abgeschlossen werden.

Einige Vertreter aus der Immobilienwirtschaft sprachen von 600 Neubauwohnungen in Fürstenried, andere von 400. Jetzt ist wieder alles offen, denn erst nach dem Ergebnis der Bürgerbeteiligung steht fest, wie viele neue Wohnungen es genau werden. Sicher ist bislang: der neue Wohnraum wird durch Nachverdichtung geschaffen. Durch Schließen von Baulücken zum Beispiel oder durch Aufstockung von Wohneinheiten auf bestehenden Häusern. In diesem Zusammenhang fiel bereits das Stichwort „Manhattan in Fürstenried“.

Sorgen von Anwohnern ernst nehmen

Das ist womöglich übertrieben, allerdings gilt es nach Ansicht der Initiative „Pro Fürstenried“ auf jeden Fall zu prüfen, welche Eingriffe in die umliegenden Grünflächen unbedingt notwendig sind und welche vermieden werden können, wo die Verdichtung ihre Grenzen erreicht und welche ökologisch wertvollen Bereiche von der Bebauung ganz ausgenommen werden sollten.

Anwohner machen sich zum Teil im Vorfeld Sorgen, dass alter Baumbestand auf dem Gelände verloren geht und Grünflächen eingestampft werden. Eine weitere Befürchtung ist, dass die Nachverdichtung weniger sozialverträglich sein könnte und zu viele Menschen auf vergleichsweise zu geringem Raum wohnen werden.

Informationsveranstaltung am 9. Mai

Für all diese Belange haben SPD und Stadtbaurätin Elisabeth Merk jetzt eine Info-Veranstaltung für den 9. Mai um 17 Uhr in der Turnhalle an der Berner Straße 6 festgesetzt.  Hier erfahren Bürger, wie die aktuellen Planungen zu diesem Bebauungsplanverfahren aussehen und sie können Anregungen und Wünsche äußern.

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Neubauprojekt in Fürstenried: Knöpflerstraße 15. Foto: Stauch Wohnbau

Erst nach dieser Veranstaltung und wenn klar ist, wie die Bürger von Fürstenried zu Gebäudehöhen, Nachverdichtung und neuer Infrastruktur stehen, wird in Kooperation mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung ein Wettbewerbsverfahren beginnen. Dieses dient dazu, ein Gesamtkonzept für die Nachverdichtung zu entwickeln. Sobald erste Konzepte dazu vorliegen, wird es eine weitere Informationsveranstaltung geben, auf der die Fürstenrieder abermals um ihre Meinung gebeten werden. Auch dieses Ergebnis wird dem Stadtrat für weitere Planungen vorgelegt.

Fürstenried ist in den vergangenen Jahren verstärkt in das Blickfeld von Bauträgern gerückt. Der Stadtteil im Süden von München kann einige Neubauprojekte vorweisen. Zum Beispiel das Bauvorhaben „Knöpflerstraße 15“ mit 15 neuen Eigentumswohnungen.

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