Preisanstieg im Münchner Umland: Wer radelt spart beim Kaufpreis

Rein statistisch gesehen ist München mit ca. 4.000 Einwohnern pro Quadratkilometer die am dichtesten besiedelte Stadt Deutschlands. Eine Entzerrung der Situation ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: bis zum Jahr 2031 werden ca. 300.000 mehr Menschen in der Isarmetropole leben als heute. Nur: wohin mit ihnen oder anders formuliert: wo wollen die dann fast zwei Millionen Menschen leben?

Familien ziehen ins Umland

Während Immobilienmakler fordern, den Wohnraum in München weiter zu verdichten, zieht es andere bereits ins Umland. Keine schlechte Wahl, insbesondere für Familien mit Kindern. Die Luft ist besser als in der City, die Bevölkerungsdichte bei weitem nicht so hoch. Noch nicht. Denn Bauträger haben sich bereits in den vergangenen zwei Jahren auf Gemeinden im Umland spezialisiert.

Bei Immobilienkäufern hoch im Kurs stehen derzeit Erding, Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Dachau und der Landkreis Freising. Wir stellen in den nächsten Wochen einige dieser Gemeinden und ihre Wohnperspektiven ausführlicher vor.

Während die Quadratmeterpreise deutlich divergieren – in Erding zahlt man für den Quadratmeter in der Eigentumswohnung ca. 2.500 Euro, in Ebersberg ist man im eigenen Reihenhaus ab ca. 3.400 Euro pro Quadratmeter dabei – haben alle genannten Ortschaften gemeinsam, dass sie im S-Bahn-Bereich liegen. Und das kostet.

Immobilienexperten raten zu Gemeinden abseits des S-Bahn-Netzes

Deshalb sind alle, die sich für einen Standort im Umland interessieren, gut beraten, sich ein Rad zuzulegen und die wenigen Kilometer bis zur nächsten S-Bahn zu radeln. Das empfehlen derzeit zumindest Immobilien-Experten, wenn es um die Möglichkeiten des Standortes im Münchner Umland geht. Denn während die Preise in Gemeinden am Münchner S-Bahn-Netz kontinuierlich steigen, sind in etwas weiter abgelegenen Ortschaften ohne direkte S-Bahn-Haltestelle die Quadratmeterpreise durchaus noch moderat.

Werden Gemeinden im Umland hässlicher?

Trotz einer verbesserten Infrastruktur und einer vielfach weitaus jüngeren Altersstatistik stehen nicht alle Bewohner von Gemeinden im Umland dem geplanten Bauboom in ihrem Ort positiv gegenüber. Alteingesessene fürchten, dass mit immer mehr Häusern und Neubaugebieten die Orte „ihr Gesicht“ verlieren.

Dass diese Sorge nicht unbedingt begründet ist, zeigt das Beispiel Haar. Hier, östlich von München, haben Bauträger einiges an Neubaupotenzial entdeckt. Denn die Verkehrsverbindungen sind sehr gut: mit dem Bus von Trudering oder mit der S-Bahn ist die Gemeinde mit ihren über 20.000 Einwohnern bestens erreichbar.

Neubauprojekt in traditioneller Architektur in Haar: Seidlhofgarten. Foto: Demos Wohnbau

Neubauprojekt in traditioneller Architektur in Haar: Seidlhofgarten. Foto: Demos Wohnbau

Darüber hinaus setzt Haar auf eine Nachverdichtung, die sich hervorragend in das bestehende Ortsbild einpasst. Auf dem Gelände des Jugendstilparks entsteht zum Beispiel ab 2015 ein Neubaugebiet mit Eigentumswohnungen. Wo früher das Bezirkskrankenhaus der Kleinstadt stand, sollen in den kommenden Jahren rund 3.000 Menschen leben. Dabei setzen Architekten auf eine gelungene Kombination aus Neubau und historischer Bausubstanz. Ziel ist, die Bauweise alter Gebäude in neue Architektur zu übertragen, um das Gesamtbild des Ortes zu erhalten. Mit dem Ansatz gilt Haar im Münchner Umland derzeit als Vorreiter.

Das auf unserem Foto dargestellte Neubauprojekt „Seidlhofgarten“ entsteht derzeit ebenfalls in Haar. Bei diesem Projekt setzt der Bauträger auf eine traditionelle Architektur und eine energieeffiziente Bauweise. Lesen Sie mehr dazu.

Aktuelle Bauvorhaben in München und im Umland finden Sie auf dem neubau kompass.